Überblick Systemisches Jahrgangsprogramm
Systemische Grundausbildung
Existenzielle Systemik
(Voraussetzung für Systemische Therapie, Coaching, Pädagogik und Management,
Existenzielle Systemik wird zertifiziert als Systemische Beratung)
Berufsbegleitende Präsenzweiterbildung zur systemischen Begleitung menschlicher Entwicklungs-, Kommunikations- und Veränderungsprozesse
Die Weiterbildung richtet sich an Menschen, die beruflich mit Menschen, Gruppen oder Organisationen arbeiten und ihre systemische Kompetenz fundiert entwickeln und erweitern möchten. Sie verbindet systemische Prinzipien, Selbsterfahrung, Supervision, Fallarbeit und praxisnahe Methodenschulung mit einer existenziell-systemischen Perspektive auf menschliche Entwicklung.
Mit Hilfe dieser Weiterbildung wird es möglich Konflikte, Krisen, Beziehungsdynamiken, interne wie externe, aber auch die vielfältigen Formen von Entwicklungs- und Kommunikationsprozessen und ihren Herausforderungen fundiert zu verstehen, menschlich und professionell zu begleiten.
Im Mittelpunkt steht eine professionelle, ressourcenorientierte und salutogenetische Haltung: Menschen, Beziehungen, Gruppen und Organisationen werden in ihren Entwicklungsprozessen verstanden – mit Blick auf Emotionen, Sinn, Bedeutung, Narrative, Bedürfnisse, Beziehungen, Selbstwirksamkeit, Strukturen, Prozesse, Regeneration, Orientierungs-, Gestaltungs- und Handlungsfähigkeit im Gleichgewicht.
Die Weiterbildung ist ausgerichtet an den Zertifizierungsbedingungen des Systemischen Bundesverbandes DGSF und findet in einer interdisziplinären und multiprofessionellen Teilnehmergruppe statt. Sie ist eine eigenständige Qualifizierung und zugleich, wie in der Systemischen Weiterbildungslandschaft üblich, die Voraussetzung für weitere Spezialisierungen. Die Verbindung des systemischen, hypnosystemische, körper- und emotionseinbeziehenden, entwicklungs- bindungspsychologischen, des entwicklungsökologischen und des existenziellen Ansatzen wird in dieser Form ausschließlich am SENPO Institut vermittelt.
Die Existenzielle Systemik verbindet systemische, hypnosystemische, existenzielle, neurobiologische und entwicklungsökologische und -psychologische Perspektiven zu einem gemeinsamen Verständnis menschlicher Entwicklung.
Steckbrief
Kurzüberblick
Weiterbildung
Systemische Grundausbildung Existenzielle Systemik
(Zertifikat: Systemische Beratung)
Ausrichtung
- Berufsbegleitende Weiterbildung zur systemischen Begleitung von komplexen Entwicklungs-, Kommunikations- und Veränderungsprozessen
- eigenständige abgeschlossene Weiterbildung (Systemische Beratung)
- zugleich Voraussetzung für Systemische Therapie (approbationsfrei), Systemisches Coaching, Systemische Pädagogik, Systemisches Managment
Dauer
2 Jahre
Gesamtumfang
570 UE à 45 Minuten
Präsenz im Institut
420 UE
Eigenarbeit
150 UE: dokumentierte Praxisarbeit, Intervision / Peergroup, Literaturarbeit und Selbststudium
Format
Präsenzweiterbildung
Gruppengröße
maximal 18 Teilnehmende
Start
04.09.2026
Anmeldegebühr
330 €, fließt in Fachbibliothek und Infrastruktur
Monatsrate
240 € monatlich (Anpassung beantragbar)
einschließlich aller Seminare/Wiederholungsseminare, Selbsterfahrungen und Supervisionen
Zertifizierung
Systemische Grundausbildung Existenzielle Systemik
Steckbrief
Für wen ist die Weiterbildung gedacht?
Die Weiterbildung ist geeignet für Menschen aus beruflichen Feldern, in denen Kommunikation, Beziehung, Entwicklung, Begleitung, Bildung, Beratung, Leitung oder Veränderung eine zentrale Rolle spielen.
| Praxisfeld | Beispiele |
|---|---|
| Beratung und Therapie | psychosoziale Beratung, therapeutische Praxis, Paar- und Familienkontexte, Supervision, Coaching |
| Pädagogik und Sozialpädagogik | Kita, Schule, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Familienhilfe, Erwachsenenbildung |
| Leitung und Organisation | Führung, Teamleitung, Personalentwicklung, Organisationsentwicklung, Konfliktmoderation |
| Gesundheit und soziale Arbeit | Pflege, Gesundheitswesen, Rehabilitation, soziale Einrichtungen, gemeinnützige Träger |
| Kultur, Bildung und Entwicklung | Bildungsarbeit, Gruppenleitung, kulturelle Bildung, Projektarbeit, Seminarleitung |
Steckbrief
Voraussetzungen
Die Voraussetzungen dienen nicht dem Ausschluss, sondern der Qualität der gemeinsamen Lerngruppe. Teilnehmende sollten ausreichend berufliche Erfahrung, persönliche Reife und die Möglichkeit mitbringen, systemische Arbeitsweisen während der Weiterbildung praktisch zu erproben.
| Voraussetzung | Orientierung |
|---|---|
| Beruflicher Hintergrund | Tätigkeit oder Erfahrung in einem psychosozialen, pädagogischen, therapeutischen, beratenden, leitenden, kulturellen, bildenden oder organisationalen Feld |
| Persönliche Voraussetzung | Reflexionsfähigkeit, Interesse an Selbsterfahrung, Bereitschaft zur Arbeit in der Gruppe |
| Praxisbezug | Möglichkeit, Inhalte in einem eigenen beruflichen oder ehrenamtlichen Praxisfeld anzuwenden |
| Aufnahmegespräch | Klärung der Passung, Motivation, Erwartungen und Zertifizierungsmöglichkeiten |
Steckbrief
Aufbau der Weiterbildung
| Lernbereich | Umfang / Funktion |
|---|---|
| Theorie und Methodik | Systemische Grundlagen, Gesprächsführung, Fragetechniken, Auftragsklärung, Fallverstehen, Interventionen, Weltengarten-Orientierungsmodelle |
| Selbsterfahrung | Reflexion von Herkunft, Beziehungsmustern, professioneller Rolle, Resonanz, Grenzen und eigener fachlicher Persönlichkeit |
| Supervision | Integrierte Arbeit an eigenen Fällen, Beratungsprozessen, beruflichen Situationen und Anwendungserfahrungen |
| Intervision / Peergroup | Kollegiale Vertiefung, Übung, Literaturarbeit, Fallbesprechung und Transfer |
| Praxis und Dokumentation | Dokumentierte Fallarbeit, Praxisreflexion, Abschlussarbeit und Abschlusspräsentation |
Prozessorientierter Seminaraufbau
Acht Themenfelder
| Code | Themenfeld | Worum es geht | Fachliche Anker |
|---|---|---|---|
| P1 | Wahrnehmung – Existenz, Wirklichkeit & Kommunikation | Ankommen, Kontakt, Beziehung, systemische Haltung, Kommunikation, Auftrags-/Zielidee und erste Orientierung | Systemische Haltung, Konstruktivismus, Autopoiesis, Kybernetik 1. und 2. Ordnung, Kontextsensibilität, Zirkularität, Gesprächsführung nach Rogers, Joining, Pacing, Auftragsklärung, Kontrakt, Erstgespräch, Wahrnehmungspositionen |
| P2 | Bedürfnis – Veränderung, Emotion & Regulation | Fühlen, Emotion, Angst, Bindung, Co-Regulation, Bedürfnisentwicklung und emotionale Kletterhilfe | Bindungs- und Entwicklungspsychologie, Psychologie der Emotionen, Polyvagal-Theorie, Vagus-Nerv, Co-Regulation, Stress- und Erregungsregulation, Neuroimmunopsychologie, Salutogenese, Embodiment, BASK-Modell, Trauma- und Schutzreaktionen, Externalisierung, Utilisation |
| P3 | Wille – Beziehung, Unterscheidung & Entscheidung | Innere und äußere Strukturen, Narrative, Ressourcen, Anteile, Grenzen, Beziehungen, Konflikte und Entscheidung | Systemische Diagnostik, Kontextanalyse, Genogrammarbeit, Soziogramm, Soziales Atom, VIP-Karte, Beziehungslandkarte, Hypothesenbildung, innere Anteile / IFS-Einführung, Rollen, Loyalitäten, Delegationen, Parentifizierung, Triangulation, biopsychosoziales Entwicklungsverständnis |
| P4 | Macht – Lebendigkeit, Kreativität & Verwirklichung | Handeln, Gestalten, Intervention, Grenze, Selbstwirksamkeit, Ermächtigen, Erlauben, Zumuten | Lösungsorientierte Kurzzeitberatung, systemische Intervention, Musterunterbrechung, Skulpturarbeit, Mikroaufstellungen, Impact-Methoden, Symbolarbeit, Rituale, Hausaufgaben, Neue Autorität und Präsenz, Deeskalation, Selbstwirksamkeit, Schamregulation, Handlungsschwellen |
| P5 | Reflektion – Feedback, Öffnen & Entwicklung | Metaebene, Feedback, Mentalisieren, Fehlerfreundlichkeit, professionelle Eigenart, Ethik und Qualitätsreflexion | Kybernetik 2. Ordnung, Metakommunikation, Mentalisierung, Reflecting Team, kollegiales Feedback, Resonanzarbeit, Reverie, Selbstreflexion, Wirksamkeitsreflexion, Ethik, Verschwiegenheit, individuelle Lernziele, professionelle Identitätsbildung |
| P6 | Transformation – Transfer, Integration & Verankerung | Fallverstehen, Rollenklärung, Praxisübertragung, Routinen, Rituale, Restrukturierung, Supervision und Intervision | Fallarbeit, Prozessplanung, Beratungsprotokolle, Praxisdokumentation, Live-/Audio-/Videosupervision, Mikroanalyse, Intervision, kollegiale Beratung, Co-Beratung, Vernetzung, Helferrolle, Feldkompetenz, Organisationspsychologie, Teamdynamik |
| P7 | Resonanz – Ko-Kreation, Ko-Validierung & Evaluation | Fallpräsentation, fachlicher Austausch, kollegiale Resonanz, Anwendung in Praxisfeldern und Evaluation | Fallanalysen, Praxisfeedback, Methodenbegründung, Evaluation von Wirkung und Prozess, Qualitätssicherung, Kinder/Jugendliche/Familien, Lebenskrisen, psychisch belastete Eltern, Gewalt, Elterncoaching, Diversität, interkulturelle/transkulturelle Kontexte, Organisationen und ihre Umwelt(en), Veränderungsmanagement |
| P8 | Beendigungen – Abschlüsse, Beendigungen & Prozesse des Loslassens | Abschluss, Abschied, professionelle Identität, Verantwortlichkeiten, Grenzen, Abschlusspräsentation und Transfer | Beratungsabschluss, Abschlussrituale, Übergangspsychologie, Lebenszyklen, Transferplanung, Kompetenzbilanz, schriftliche Selbstreflexion, Abschlussarbeit, Abschlusskolloquium als Kompetenznachweis, Alumni- und Fachgemeinschaft |
INTEGRIERTE
Selbsterfahrungs-Seminare
| Code | Schwerpunkt | Inhalte |
|---|---|---|
| SE 1 | Herkunft, Beziehung und Motivation | Herkunftsfamiliensystem, Familienrekonstruktion, Biografie und Motivation der beratenden Person, eigene Beziehungsmuster, Ressourcen und Prägungen |
| SE 2 | Bindung, Autonomie und professionelle Rolle | Beziehung und Autonomie, Loyalitäten, Delegationen, Abgrenzung, Selbstführung, professionelle Rolle und fachliche Persönlichkeit |
| SE 3 | Scham, Fehler, Grenze und Resonanz | eigene Resonanz, Scham, Ablehnung, Fehlerfreundlichkeit, blinde Flecken, empathische Verwechslung, persönliche Muster in Beratung, Pädagogik, Leitung und Coaching |
| SE 4 | Integration, Identität und Abschluss | professionelle Eigenart, persönliche Entwicklungslandkarte, Integration des Lernwegs, Verantwortlichkeiten und Grenzen, Abschluss und Übergang |
Integrierte
Supervision & Praxisreflexion
| Code | Schwerpunkt | Inhalte |
|---|---|---|
| SV 1 | Fallverstehen und Auftragsklärung | erste eigene Fälle, Kontextanalyse, Auftrag, Ziel, Klientensystem / Beratersystem, Hypothesenbildung |
| SV 2 | Intervention und Prozesssteuerung | Methodenwahl, Fragetechniken, Aufstellungen, Externalisierung, Reframing, Sitzungsverlauf, nächster Schritt |
| SV 3 | Resonanz, Rolle und Wirkung | eigene Rolle, Resonanz, blinde Flecken, Übertragung auf Praxisfelder, Video-/Audio-/Live-Supervision |
| SV 4 | Abschluss, Qualität und professionelle Verdichtung | Fallberichte, Praxisdokumentation, Abschlusspräsentation, Evaluation, Kompetenznachweis, Transfer in das eigene Feld |
Übersicht
Was Teilnehmende fachlich lernen
| Fachbereich | Inhalte |
|---|---|
| Systemische Theorie und Haltung | Systemtheorie, Konstruktivismus, Autopoiesis, Kybernetik 1. und 2. Ordnung, Kontextsensibilität, Zirkularität, Ressourcenorientierung, Lösungsorientierung, Neutralität, Allparteilichkeit, Nicht-Wissen, professionelle Prozessverantwortung |
| Gesprächsführung und Prozesssteuerung | Auftragsklärung, Kontrakt, Erstgespräch, Beratungsphasen, Zielklärung, zirkuläre Fragen, hypothetische Fragen, Skalierungen, Wunderfrage, Ressourcenfragen, narrative Fragen, Reframing, positive Konnotation, Rekontextualisierung, Sitzungsabschlussinterventionen |
| Fallverstehen und systemische Diagnostik | Kontextanalyse, Genogrammarbeit, Systemzeichnungen, Soziogramm, Soziales Atom, VIP-Karte, Beziehungslandkarte, Hypothesenbildung, innere und äußere Strukturen, innere Anteile / IFS-Einführung, Rollen, Loyalitäten, Delegationen, Parentifizierung, Triangulation, biopsychosoziales Entwicklungsverständnis |
| Methoden und Interventionen | Systemische Strukturaufstellung, symmetrische Strukturaufstellung, Mikroaufstellungen, Skulpturarbeit, Familienbrett, Externalisierung, Dokumente und Gegendokumente, Reflecting Team, Impact-Methoden, Bildimpulse, Symbolarbeit, Rituale, Hausaufgaben, therapeutische Geschichten |
| Neurobiologie, Körperorientierung und Emotion | Bindungs- und Entwicklungspsychologie, Psychologie der Emotionen, Polyvagal-Theorie, Vagus-Nerv, Co-Regulation, Stress- und Erregungsregulation, Neuroimmunopsychologie, Salutogenese, Embodiment, Körperwahrnehmung, Ausdrucksebenen, emotionale Kletterhilfe, BASK-Modell, Trauma- und Schutzreaktionen |
| Hypnosystemik und Resonanzarbeit | Problemtrance, Lösungstrance, Utilisation, Ressourcenaktivierung, Trancephänomene, Imagination, innere Bilder, Metaphern, Anekdoten, Reverie, empathische Verwechslung, Resonanz- und Mentalisierungsarbeit |
| Selbsterfahrung, Supervision und Professionalisierung | Herkunftsfamiliensystem, Familienrekonstruktion, Biografie und Motivation der beratenden Person, Mythen, Tabus, Zuschreibungen, Delegationen, professionelle Eigenart, Ethik, Verschwiegenheit, Intervision, Live-/Audio-/Videosupervision, Praxisdokumentation, Abschlusspräsentation |
SENPO MethodiK
Der Weltengarten®
Orientierungsrahmen
Die Weiterbildung arbeitet mit einem eigenen Orientierungsrahmen für menschliche Entwicklungsprozesse. Er hilft, Beratungs-, Bildungs-, Therapie-, Coaching-, Leitungs- und Organisationsprozesse fachlich zu sortieren: Wo befindet sich ein Mensch, ein Beziehungssystem oder eine Organisation gerade? Welche Spannung wirkt? Welche Struktur zeigt sich? Welcher Prozess möchte in Bewegung kommen? Und welcher nächste Schritt ist fachlich sinnvoll?
Im Zentrum stehen vier Gleichgewichtsmodelle. Sie dienen nicht als starres Diagnoseinstrument, sondern als professioneller Kompass für Fallverstehen, Selbsterfahrung, Supervision und Intervention.
| Gleichgewichtsmodell | Professionelles Orientierungsthema |
|---|---|
|
Entwicklungs- |
